Al Rodin

Das kleine Echo

Rezension von Michaela Roth/ Bilibu – der Bücherbiber

 

Inhalt:

Das kleine Echo lebt im Schutz der Dunkelheit seiner Höhle und hat Zeit seines Lebens -ungesehen und unbemerkt von all den anderen Höhlenwesen-  nur Töne geechot, statt eigene Worte laut werden zu lassen. Bis eines Tages der Schatzsucher Max sich auf den Weg macht, um in eben jener Höhle schatzfündig zu werden. Als Max dabei in Gefahr gerät, überwindet Echo ihre große Angst vor dem Sprechen und warnt Max mit lauter Stimme. Überrascht von ihrem eigenen Mut beschließt Echo, fortan gemeinsam mit Max die Schatzsuche fortzusetzen, um am Ende einen völlig anderen Schatz als erwartet zu besitzen.

 

Al Rodin ist mit seinem Erstlingswerk ein grandioser Start in die Welt der Bilderbuchkunst gelungen. Der Kinderbuch – Illustrator, der seine Werke schon mehrfach in Ausstellungen präsentieren konnte, schafft es, Kraft seiner gewählten Farben und Maltechniken das kleine Echo von Buchbeginn an zu einem kleinen, herzerwärmenden Wesen entstehen zu lassen. Man schließt es nicht nur wegen seines entzückenden Äußeren – großohrig und sonnengelb- vom ersten Blick – der von Rodin durch ein Guckloch gewährt wird – ins Herz, gleichwohl rührt auch Echos` zurückhaltendes und sachtes Verhalten an. Wenn Echo – von Max in seinem Sucheifer unbemerkt bleibend – sich an dessen Fersen heftet, um dann im rechten Moment zur Stelle zu sein, verspürt man als Leser:in den Wunsch, Echo beizustehen, ihr zu Mut zu verhelfen. Umso mehr freut es das Leser- und Betrachterherz, wenn Echo schließlich ihren eigenen Mut zu ihrer Stimme findet und sie endlich wahrgenommen wird. Auch wenn die gemeinsame Suche der beiden nach dem Höhlenschatz erfolglos bleibt, ist die Enttäuschung darüber nur von kurzer Dauer, denn am Ende wartet ein wahrer Schatz: eine Freundschaft, die von gegenseitigem Erzählen und Zuhören geprägt ist.

Die Sprache des Textes ist eine besondere und steigert sich meines Erachtens zum Ende des Buches. So ist durch die scheinbar einfache Formulierung „Wenn Echo redete, hörte Max zu. Wenn Echo zuhörte, redete Max“ ganz klar die Bedeutung, welche die neu erlangten Sprechfreiheit für Echo innehat, erkennbar. Auch gelingt es dem Künstler schon von der ersten Seite an, durch das helle Licht, das er Echo um sich ausstrahlen lässt, ein gutes Gegengewicht zur Dunkelheit der Höhle herzustellen. Ebenso wird der Beginn der Freundschaft zwischen Max und Echo durch das Spiel der Farben nochmals unterstrichen, indem Al Rodin das Dunkel der Höhle immer mehr den hellen, leuchtenden Farben weichen lässt, bis es auf der letzten Seite zu einem wahren Farbfeuerwerk kommt: Der Schatz der Freundschaft ist ein wahrhaft glitzernder Funkelschatz.

Zu Beginn mutet es seltsam an, das Echo in der weiblichen Form zu lesen, doch Al Rodin hat die Geschichte um Echo und Max in Anlehnung an Ovids` Sage von der Bergnymphe Echo und Narziss erdacht.

Dieses Buch ist eines jener Bilderbücher, die ich nur ungern ins Regal stelle, vielmehr soll es einen Platz bekommen, durch den das kleine Echo sichtbar bleibt und man die Prägung auf dem Cover mit dem Finger immer wieder einmal umfahren kann. Ein wunderbares Buch, das hoffentlich viele kleine und großer Leser:innen finden wird. (M.R)

 

 

Das kleine Echo

illustriert von Al Rodin
aus dem Englischen von Thomas Bodmer
NordSüd | 2021 | 40 Seiten
Hardcover

ISBN: 978 3 31410 592 0 | 15.00€

ab 4 Jahren

 

 

Ich danke dem NordSüd Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar !

Al Rodin

Das kleine Echo

Rezension von Michaela Roth/ Bilibu – der Bücherbiber

 

Inhalt:

Das kleine Echo lebt im Schutz der Dunkelheit seiner Höhle und hat Zeit seines Lebens -ungesehen und unbemerkt von all den anderen Höhlenwesen-  nur Töne geechot, statt eigene Worte laut werden zu lassen. Bis eines Tages der Schatzsucher Max sich auf den Weg macht, um in eben jener Höhle schatzfündig zu werden. Als Max dabei in Gefahr gerät, überwindet Echo ihre große Angst vor dem Sprechen und warnt Max mit lauter Stimme. Überrascht von ihrem eigenen Mut beschließt Echo, fortan gemeinsam mit Max die Schatzsuche fortzusetzen, um am Ende einen völlig anderen Schatz als erwartet zu besitzen.

 

Al Rodin ist mit seinem Erstlingswerk ein grandioser Start in die Welt der Bilderbuchkunst gelungen. Der Kinderbuch – Illustrator, der seine Werke schon mehrfach in Ausstellungen präsentieren konnte, schafft es, Kraft seiner gewählten Farben und Maltechniken das kleine Echo von Buchbeginn an zu einem kleinen, herzerwärmenden Wesen entstehen zu lassen. Man schließt es nicht nur wegen seines entzückenden Äußeren – großohrig und sonnengelb- vom ersten Blick – der von Rodin durch ein Guckloch gewährt wird – ins Herz, gleichwohl rührt auch Echos` zurückhaltendes und sachtes Verhalten an. Wenn Echo – von Max in seinem Sucheifer unbemerkt bleibend – sich an dessen Fersen heftet, um dann im rechten Moment zur Stelle zu sein, verspürt man als Leser:in den Wunsch, Echo beizustehen, ihr zu Mut zu verhelfen. Umso mehr freut es das Leser- und Betrachterherz, wenn Echo schließlich ihren eigenen Mut zu ihrer Stimme findet und sie endlich wahrgenommen wird. Auch wenn die gemeinsame Suche der beiden nach dem Höhlenschatz erfolglos bleibt, ist die Enttäuschung darüber nur von kurzer Dauer, denn am Ende wartet ein wahrer Schatz: eine Freundschaft, die von gegenseitigem Erzählen und Zuhören geprägt ist.

Die Sprache des Textes ist eine besondere und steigert sich meines Erachtens zum Ende des Buches. So ist durch die scheinbar einfache Formulierung „Wenn Echo redete, hörte Max zu. Wenn Echo zuhörte, redete Max“ ganz klar die Bedeutung, welche die neu erlangten Sprechfreiheit für Echo innehat, erkennbar. Auch gelingt es dem Künstler schon von der ersten Seite an, durch das helle Licht, das er Echo um sich ausstrahlen lässt, ein gutes Gegengewicht zur Dunkelheit der Höhle herzustellen. Ebenso wird der Beginn der Freundschaft zwischen Max und Echo durch das Spiel der Farben nochmals unterstrichen, indem Al Rodin das Dunkel der Höhle immer mehr den hellen, leuchtenden Farben weichen lässt, bis es auf der letzten Seite zu einem wahren Farbfeuerwerk kommt: Der Schatz der Freundschaft ist ein wahrhaft glitzernder Funkelschatz.

Zu Beginn mutet es seltsam an, das Echo in der weiblichen Form zu lesen, doch Al Rodin hat die Geschichte um Echo und Max in Anlehnung an Ovids` Sage von der Bergnymphe Echo und Narziss erdacht.

Dieses Buch ist eines jener Bilderbücher, die ich nur ungern ins Regal stelle, vielmehr soll es einen Platz bekommen, durch den das kleine Echo sichtbar bleibt und man die Prägung auf dem Cover mit dem Finger immer wieder einmal umfahren kann. Ein wunderbares Buch, das hoffentlich viele kleine und großer Leser:innen finden wird. (M.R)

 

 

Das kleine Echo

illustriert von Al Rodin
aus dem Englischen von Thomas Bodmer
NordSüd | 2021 | 40 Seiten
Hardcover

ISBN: 978 3 31410 592 0 | 15.00€

ab 4 Jahren

 

 

Ich danke dem NordSüd Verlag ganz herzlich für das Rezensionsexemplar !